Cooler Wiede: Stramme Würfe und gutes Auge

Januar 28, 2019

Cooler Wiede: Stramme Würfe und gutes Auge

Der entscheidende Mann beim hart erkämpften 22:21 in Kroatien war nicht Torhüter Andreas Wolff und auch nicht Top-Torschütze Uwe Gensheimer. Der Spieler des Abends blieb anscheinend völlig cool im Kölner Hexenkessel – und kommt auf eine grandiose Wurfbilanz.


Von der Handball-WM in Köln berichtet Oliver Bitter


Er wurde wenig überraschend erneut zum "Spieler des Spiels" gewählt: Fabian Wiede.

Er wurde wenig überraschend erneut zum „Spieler des Spiels“ gewählt: Fabian Wiede.
© imagoZoomansicht

Immer wieder überwand der Mann mit der linken Klebe den kroatischen Block, mit Urgewalt zischten seine Würfe ins gegnerische Tor. Fabian Wiede war nicht zu bremsen, er erzielte ein halbes Dutzend Tore und blieb ohne Fehlwurf, bereitete zudem mit seinen klugen Diagonalpässen tolle Chancen für den diesmal schwachen Patrick Groetzki und Uwe Gensheimer vor. Und auch am vorentscheidenden Treffer hatte der Linkshänder von den Füchsen Berlin mit seinem feinen Pass entscheidenden Anteil.

Als die Emotionen in den Schlussminuten hochkochten, blieb Wiede eiskalt, sah im entscheidenden Angriff den Kollegen Gensheimer auf der linken Seite und servierte ihm den Ball maßgerecht vor dem 22:20, mit dem die DHB-Auswahl kurz vor Schluss die Tür zum Halbfinale weit aufstieß.

„Das sind die Situationen und die Spiele, die Fabi braucht und liebt“, schwärmte DHB-Vizepräsident Bob Hanning hinterher, der den variantenreichen Rückraumspieler natürlich auch aus der gemeinsamen Zeit bei den Füchsen hervorragend kennt.

Auf einen Kaffee mit Hanning

Auch weil der Füchse-Manager um dessen Riesenpotenzial weiß, hatte sich Hanning am Tag vor dem Spiel den Linkshänder geschnappt und bei einem Kaffee die nächsten Aufgaben erörtert. „Er hatte ein bisschen Rückenprobleme, teilweise war er mir vorher auch zu verspielt, aber jetzt hat er das überragend gemacht“, lobt Hanning den Europameister und Bronzemedaillen-Gewinner in Rio 2016.

Ich hatte gleich in den ersten Minuten schon den Eindruck, dass dies ein gutes Spiel werden könnte.Fabian Wiede

Für Andreas Wolff war der 1,94 Meter lange Linkshänder schlichtweg „der entscheidende Mann“ der Partie, „er hat ein unglaubliches Spiel gemacht“. Wiede selbst kommentierte das Lob von allen Seiten relativ gelassen: „Ich hatte gleich in den ersten Minuten schon den Eindruck, dass dies ein gutes Spiel werden könnte, ich habe mich auf der Platte sehr wohl gefühlt.“

Zahlreiche Verletzungen warfen den 24-Jährigen in der Vergangenheit immer wieder zurück, doch momentan ist er für das deutsche Team erst recht nach dem Ausfall von Martin Strobel wichtiger denn je. „In den letzten beiden Jahren habe ich ja die Turniere verpasst, deshalb ist es ein umso tolleres Erlebnis, so eine Heim-WM mitzuspielen“, findet der gebürtige Brandenburger.

Pause gegen Spanien?

Am Mittwoch, beim letzten Zwischenrundenspiel in Köln gegen Spanien, wird Wiede sicherlich ebenso wie andere Spieler, die bisher große Spielanteile hatten, ein wenig Schonung genießen. Am Freitag im Halbfinale in Hamburg ist er dann wieder gefragt: Mit Kreativität, Wurfstärke – und Coolness in den entscheidenden Situationen.

Quelle: www.kicker.de


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